Der 10-Sekunden-Bildtest

Bildproduktionen sind teuer. Und trotzdem landen viele Bilder am Ende dort, wo sie niemandem weh tun: als hübsche Deko auf Website und Social. Nett. Aber nett führt keine Marke.

Dieser Test ist deine Abkürzung. In zehn Sekunden weisst du, ob ein Bild eure Marke stärkt oder nur Fläche füllt.

Am besten liest du das nicht nach dem Shooting, wenn alles schon fertig und bezahlt ist. Am besten liest du es genau dann, wenn du gerade die finale Auswahl triffst oder noch besser: in der Konzeptphase. Dort hast du den grössten Hebel. Dort entscheidet sich, ob ihr Resultate bekommt oder einfach Material.

Damit ein Bild für deine Marke von Belang ist, muss es mindestens eine dieser Aufgaben erfüllen:

Vertrauen aufbauen. Etwas erklären. Etwas beweisen.
Alles andere ist Deko. Deko ist erlaubt, aber sie zahlt selten auf Klarheit ein.

 

Die drei Fragen

1) Wofür steht das Bild?
Welchen Teil eures Unternehmens zeigt es? Welche Rolle spielt es? Baut es Vertrauen auf, macht es etwas verständlich oder zeigt es Resultate?

2) Was beweist das Bild?
Welche Aussage über euch wird sichtbar eingehalten? Was wird nicht nur behauptet, sondern gezeigt?
Wenn dir kein Versprechen einfällt, das das Bild halten könnte, ist das oft der eigentliche Befund.

3) Was passiert als Nächstes?
Was soll eine Person nach diesem Bild tun: weiter scrollen und verstehen, auf den Case klicken, euch folgen, Kontakt aufnehmen, kaufen, sich bewerben? Alles was nach dem Sehen des Bildes passieren soll, kannst du in vier Kategorien erörtern: Verstehen, Vertrauen, Vertiefen oder Handeln.

Wenn du diese drei Fragen klar beantworten kannst, ist das Motiv richtig. Wenn nicht, ist es wahrscheinlich schön, aber zwecklos.

 

Ein Beispiel aus der Praxis: THIS IS SHEEP

Wofür steht das Bild?
Für den Outdoor-Einsatz der Kleidungsstücke und für das Gefühl, draussen zu sein und sich dabei wohl zu fühlen. Kein Postkarten-Schönwetter, kein Helden-Posing. Eher geerdet. Eher echt. Genau dort, wo die Produkte hingehören.

Was beweist das Bild?
Es beweist Funktionalität und Nachhaltigkeit, ohne darüber zu reden. Nicht mit «Performance-Gehabe», sondern mit einem einfachen Signal: Die Person ist nicht im Kampf gegen die Natur, sondern Teil davon. Keine Gadgets, kein Wettbewerb, kein Technik-Theater. Nur Umgebung, Ruhe und THIS IS SHEEP.

Das ist subtil, ja. Aber selbst wenn jemand nicht erklären kann, warum: Es ist sofort klar, dass es hier nicht um High-End-Competition geht. Sondern um Natürlichkeit und Alltagstauglichkeit.

Was passiert als Nächstes?
Dieses Bild will nicht direkt verkaufen. Es will kalibrieren. Den Ton setzen. Der nächste Schritt ist deshalb nicht «Jetzt kaufen», sondern: Das ist THIS IS SHEEP.
Wer das ein paarmal sieht, erkennt Marke, Produkte und Bildsprache später wieder, fast automatisch.

 

Der 10-Sekunden-Test ist kein Kunstkritik-Wettbewerb. Er ist eine Hilfestellung. Damit ihr nicht bei jedem Shooting neu herausfinden müsst, wer ihr seid.

Wenn du spürst, dass eure Kommunikation zu viel Energie frisst oder zu wenig wiedererkennbar ist, ist der nächste Schritt simpel: ein kurzer Markencheck. Danach weiss man, was weg kann, was fehlt und was sich wirklich lohnt zu produzieren.

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