Die 3 Motive, die jedes KMU braucht
Viele KMU produzieren Bilder wie Ferienfotos: Hauptsache, es gibt welche. Und wenn gerade nichts passt, nimmt man halt das nächstbeste. Ein Teamfoto von 2019, ein Stockbild, irgendein Sonnenuntergang. Funktioniert schon.
Kurzfristig kann das in manchen Fällen sogar funktionieren. Jemand kommt auf eure Website und denkt sich «Wow, diese Immobilienverwaltung hat aber ein schönes Bild des Öschinensees auf ihrer Startseite.»
Auf lange Sicht kostet es euch Geld. Echtes, hartverdientes Geld. Stell dir eure Marke als Kässeli vor: Mit jedem Bild, jedem Video, jedem Post wirfst du entweder einen Stutz ins Kässeli oder daneben in den Kehricht. Bilder ohne Substanz sind die Münzen im Müll. Sie machen Arbeit, aber keine Wiedererkennung.
Die gute Nachricht: Du brauchst keine hundert Ideen. Du brauchst drei Motivwelten, die du konsequent wiederholst. Dann hört das «ouh, wir brauchen doch noch…» auf. Dann wird Produktion planbar. Und eure Kommunikation wirkt plötzlich wie eine Marke, nicht wie Zufall.
Diese drei Motivwelten sind simpel. Und gerade deshalb sind sie so stark:
Menschen (Vertrauen)
Prozess (Verständnis)
Ergebnis (Beweis)
Mensch: im Einsatz, top ausgerüstet, kompetent | Prozess: Baustelle, spezifische Gerätschaften | Beweis: Einsatzfähigkeit in jedem Terraine
1) Menschen: Vertrauen entsteht nicht durch Worte
Wenn dir jemand sagt: «Du kannst mir vertrauen», wird es selten besser. Oft sogar schlechter.
Wenn Leute vor deiner Website, deiner Broschüre oder deiner Werbung sitzen, sollte ihnen nicht (nur) ein grosser Text entgegenschauen, der das Blaue vom Himmel verspricht, sondern echte (!) Menschen, in echten (!) Situationen.
Was du zeigen willst: echte Arbeitssituationen.
Gute Motive sind zum Beispiel:
1:1 Gespräch, Briefing, Feedback
Konzentration am Arbeitsplatz
Zusammenarbeit im Team (klein, echt, ungestellt)
Check: Wenn man das Bild sieht, denkt man: Mit denen würde ich arbeiten.
2) Prozess: Das Unbekannte wird teuer
Viele KMU verkaufen Dinge, die man nicht sofort versteht: Beratung, Bildung, Software, Handwerk, Dienstleistungen. Für Aussenstehende ist das oft eine Blackbox. Und Blackboxes kauft man ungern.
Prozessbilder machen eure Arbeit verständlich. Sie nehmen Risiko raus. Und sie beantworten die Frage, die sich niemand traut zu stellen: «Was passiert eigentlich, wenn wir euch buchen?»
Was du zeigen willst: Schritte, Übergaben, Werkzeuge, Denk- und Arbeitsweise.
Gute Motive sind zum Beispiel:
Materialien, Herstellungsprozesse, Dienstleistung im echten Einsatz
Werkzeuge, Screens, Hände bei der Arbeit
«Vorher / Zwischenschritt / nachher»
Check: Wenn man die Bilder sieht, versteht man eure Leistung schneller als über Text.
3) Ergebnis: Beweise schlagen Behauptungen
«Wir sind qualitativ.» «Wir sind zuverlässig.» «Wir liefern gute Arbeit.»
Zeig mir eine Firma, die von sich das Gegenteil behauptet. Genau darum müssen solche Sätze bewiesen werden. Nicht mit mehr Text, sondern mit sichtbarer Substanz.
Warum seid ihr qualitativ? Weil ihr besondere Materialien nutzt? Weil ihr einen Prozess habt, den andere nicht haben? Weil ihr 15 Jahre Garantie gebt, statt der üblichen zwei?
Je klarer du den Grund kennst, desto einfacher wird das Motiv.
Ergebnisbilder sind euer Beweis. Sie zeigen, was ihr wirklich liefert. Und sie machen sichtbar, warum ihr den Preis wert seid.
Was du zeigen willst: Resultate, Artefakte, Wirkung im Einsatz.
Gute Motive sind zum Beispiel:
Deliverables (Konzept, Report, Produkt, Output)
Resultat beim Kunden (in Nutzung, im Alltag)
Vergleich (vorher/nachher oder der Moment, in dem das Problem gelöst ist)
Check: Wenn jemand skeptisch war, wird er es nach diesen Bildern weniger sein.
«Aber das sind doch Stock-Motive…»
Ja. Stock-Plattformen sind voll von Menschen im Meeting, Händen am Laptop und «Team lacht in der Kaffeepause». Genau deshalb brauchst du eine Bildwelt, die zu euch passt:
gleich im Look, klar in der Botschaft, echt in den Personen. Nicht das Bild, das euch am nächsten kommt. Sondern die Leute, die die Arbeit wirklich machen.
Nebenbei: Das ist auch Wertschätzung. Wer eure Bilder sieht, soll merken, dass hinter der Leistung echte Menschen stehen. Und das ihr als Unternehmen stolz auf eure Arbeit und euer Team seid.
So findest du eure 3 Motivwelten in 15 Minuten
Schritt 1: Schreib 3 Dinge auf, die euch ausmachen
Nicht «wir verbinden Tradition mit Innovation». Sondern konkret:
Wir sind schnell, weil wir Probleme innerhalb von 24 Stunden lösen.
Wir sind qualitativ, weil wir 15 Jahre Garantie geben.
Wir sind ein Traditionsbetrieb, weil wir unser Produkt seit 1867 mit denselben drei Zutaten herstellen.
Je konkreter du wirst, desto klarer und kreativer werden die Motive.
Schritt 2: Übersetze jedes Ding in ein Motiv.
«Geschwindigkeit» → Lösen eines Problems, das offensichtlich und bei der Zielgruppe verständlich, keinen Aufschub duldet.
«Qualität» → 15 Jahre Garantie bedeuten, dass ein Produkt bei der Geburt der Tochter angeschafft wurde und an ihrem ersten Arbeitstag in der Lehre noch immer kostenlos ausgetauscht wird.
«Tradition» → Drei Zutaten, die sich von den sieben Zutaten plus Zusatzstoffen in den Konkurrenzprodukten abheben.
Schritt 3: Bau pro Motivwelt eine Liste mit 10 Motiven
Dann hast du 30 Motive, die du wiederholen kannst. Und plötzlich reichen ein bis zwei Drehtage pro Jahr, um monatelang Material zu haben.
Der schnelle Schluss-Test
Wenn ihr das nächste Mal Bilder auswählt, stellt nur diese Frage:
Haben wir genug Menschen, genug Prozess, genug Ergebnis?
Wenn eine Welt fehlt, fühlt sich eure Kommunikation schnell falsch an:
ohne Menschen → kalt
ohne Prozess → unverständlich
ohne Ergebnis → unglaubwürdig
Du brauchst nicht mehr Content. Du brauchst eine Linie. Und diese Linie beginnt oft genau hier: bei drei Motivwelten, die ihr konsequent spielt.
Dir fehlt noch die zündende Idee für deine visuelle Markenführung?
Lass’ uns gemeinsam deine Kernmotive finden!